Metropolit Arsenios fordert Neuevangelisierung Europas

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Das geeinte Europa als ein Projekt des Friedens und der Sicherheit hat nur dann eine Zukunft, wenn es sich auf seine christlichen Werte und das christliche Menschenbild als Fundament besinnt. Das hat Metropolit Arsenios in seinem Vortrag bei der  Ouverture Spirituelle der Salzburger Festspiele am 23. Juli betont.

Das Orthodoxe Christentum sei ein fester religiöser aber auch kultureller Bestandteil der Europäischen Union und deshalb müsse die Orthodoxe Kirche auch einen wesentlichen Beitrag zur  "Neuevangelisierung der europäischen Gesellschaft" leisten, forderte  der Metropolit. Er sprach von einer „Glaubenskrise“ in Europa. Freilich sei die Neuevangelisierung nicht nur die Aufgabe der Orthodoxie sondern aller christlichen Kirchen.

335239893.jpgDer Metropolit sprach von vielfältigen äußeren und die inneren Gefahren, die das "Friedens-Konstrukt Europa" bedrohen würden. Nicht nur der Brexit scheine hierbei eine Gefahr für die europäische Idee zu sein, sondern jegliche Radikalisierung in alle politische Richtungen. Diese würden den Traum einer politischen Einheit Europas für die Bewahrung des Friedens und der Sicherheit des Kontinentes gefährden. Die permanente Terrorgefahr und die Angst, die mit jedem Anschlag in einer europäischen Stadt wächst, sowie die Flüchtlingsströme, "die bei vielen den Anschein erwecken, als ob eine riesige ethnisch-religiöse Tsunamiwelle das einheimische Festland zu überfluten droht", seien Sorgen und Befürchtungen, die für den europäischen Kulturtyp der Zukunft maßgeblich prägend sein werden. 

Er sei fest davon überzeugt, so Metropolit Arsenios, "dass wir uns heute an einem Wendepunkt der europäischen Geschichte befinden". Für das Europa der Zukunft brauche es gutüberlegte und kühne Entscheidungen auf Grundlagen eines "wahren Humanismus", der "christliche Wurzeln hat und weiterhin haben muss".

Der orthodoxe Metropolit von Österreich verwies in seinen Ausführungen u.a. auch auf Papst Franziskus und seinen  Vorgänger Papst Benedikt XVI. Die Säkularisierung und Enttheologisierung der europäischen Gesellschaft in den letzten Jahrzehnte hätten dazu geführt, "dass der Mensch keine absolute Wahrheit anerkennen kann". Die Säkularisierung als Vermenschlichung und Profanisierung des Heiligen habe dadurch zuletzt nicht nur eine Glaubenskrise in den Kirchen des Westens ausgelöst, sondern spiegle sich in der Strukturkrise der heutigen Europäischen Union wider. Die Menschen würden ihr Vertrauen verlieren, da sie weder in den Strukturen, noch vielerorts in den Kirchen Hoffnung für die Zukunft finden. 

Der Metropolit verwies in seinem Vortrag u.a. auf den griechischen Philosophen Christos Yannaras. Dieser beklage, dass in der westlichen Gesellschaft durch die Grundsatzentscheidung, eine ökonomische Interessensgemeinschaft zu sein und nicht in erster Linie eine Wertegemeinschaft, eine Änderung der existenziellen Sichtweisen stattfinde. Europa verliere demnach seine existenzielle Grundstruktur der Personengemeinschaft und entwickelt sich zu einer "Atom-Gemeinschaft" , wo der einzelne  in den Mittelpunkt rutscht. Dies drücke sich besonders in der heutigen Konsumgesellschaft aus, wo die Ausbeutung der Natur und des Mitmenschen nichts mehr mit der Persongemeinschaft zu tun habe, "auf der meines Erachtens die gesamte europäische Idee aufgebaut ist“. Wenn Europa es nicht schaffe, seine Personenbild wieder zu gewinnen, befürchte er, so Metropolit Arsenios, „dass die Einzelinteressen nicht nur der Länder untereinander, sondern auch der Menschen in den Ländern untereinander, viele Schismata in der Gesellschaft herbeiführen werden“. Er sei zutiefst davon überzeugt, "dass das Wahrheitsbild und das daraus zu erschließende Menschenbild existenzielle Änderungen im Wertesystem Europas zur Folge haben würde, wenn die europäische Gesellschaft vollkommen von ihren christlichen Wurzeln abgeschnitten wird". 

In jedem Menschen spiegle sich aber Gott wider "und erst hieraus versteht sich das europäische Menschenbild", hielt dem der Metropolit entgegen: "Dieses Mysterium der europäischen Gesellschaft wieder mitzuteilen, wird wohl die Grundvoraussetzung der Orthodoxen Kirche in Europa sein müssen, nicht nur im Wort, sondern vor allem als lebendig gelebtes Beispiel." Die Kirche müsse in diesem Sinne die prophetisch-eschatologische Stimme der Gesellschaft sein, "die die Wahrheit als absolutes humanistisches Recht immer wieder zum Vorschein bringt". Die Kirche müsse für die gegenwärtige europäische Gesellschaft "prophetisch wirken und auf die Wahrheit deuten".

Der Vortrag des Metropoliten im Wortlaut:

Die Bedeutung der Orthodoxen Kirche und Theologie für Europa

 

Fotos: Herbert-Batliner-Europainstitut

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