Erzbischöfliche Göttliche Liturgie und Totengedanken an den Metropoliten Germanos von Amaseia in der Kathedrale zur Entschlafung Mariens in Kastoria

Am zweiten Sonntag des Triodions, dem 16. Februar 2025, an dem in unserer Kirche das Gleichnis vom barmherzigen Vater gelehrt wird, stand Seine Eminenz Metropolit Arsenios von Austria, Exarch von Ungarn und Mitteleuropa, der Göttlichen Liturgie in der Kathedrale der Entschlafung Mariens in Kastoria vor. Mit ihm zelebrierten Ihre Eminenzen Hierotheos von Nafpaktos und St. Blasios, David von Grevena, Kallinikos von Kastoria und Seine Exzellenz Apostolos von Tanagra. Anwesend waren auch Amtsträger und Vertreter der Politik, die Teilnehmer der Konferenz und das gläubige Volk. Nach der Göttlichen Liturgie wurde ein Totengedenken für Metropolit Germanos von Amaseia und für alle verstorbenen Metropoliten von Kastoria gefeiert und anschließend wurden Kränze am Denkmal von Metropolit Germanos niedergelegt.

In seiner Predigt erklärte Metropolit Arsenios das Gleichnis des barmherzigen Vaters anhand der Exegese der Kirchenväter und betonte die heilsame Bedeutung der Reue. Reue wird als die Rückkehr des Menschen in die Beziehung und Gemeinschaft mit Gott verstanden. Die Entfernung des verlorenen Sohnes von der angeborenen Weisheit, der Erkenntnis der Wahrheit und der Erinnerung an Gott führt zu einem verlorenen Leben, zur Verschwendung des Vermögens (symbolisch für den Verstand) und zu geistigem und körperlichem Hunger, was durch die Verletzung des göttlichen Gesetzes verursacht wird. Die durch die Sünden hervorgerufene Freude ist laut Chrysostomus vorübergehend und verursacht letztlich ewige Qual. Der Mensch, der aufrichtig bereut und sein Ego zertrümmert, kommt Gott näher, während böse Gewohnheiten und Aberglaube den Geist quälen und von Gott wegtreiben. Der liebende Vater symbolisiert Gott selbst, der die Freiheit und Entscheidungen jedes Menschen respektiert, den reuigen Sohn aber liebevoll aufnimmt, ihm vergibt und ihn an seinen Platz zurücksetzt. Die Demut sowie die Zertrümmerung des Egoismus vor dem barmherzigen Gott und das Bewusstsein der sündigen Natur sind die ersten Schritte zur Rückkehr in das Haus des Vaters. Diese Rückkehr erfordert eine Lebensentscheidung, die Mut, eine Änderung des Lebensstils und einen harten geistlichen Kampf mit sich bringt. Diejenigen, die durch aufrichtige Reue zu Gott zurückkehren, erfahren seine Vergebung, was bei anderen oft Neid auslöst.