Erzbischöfliche Göttliche Liturgie am Thomassonntag in der ukrainischsprachigen Gemeinde Maria Schutz in Perchtoldsdorf
Am Thomassonntag, dem 19. April 2026, besuchte Seine Eminenz Metropolit Arsenios von Austria die ukrainischsprachige Gemeinde Maria Schutz in Perchtoldsdorf, wo er der Göttlichen Liturgie vorstand. Mit ihm konzelebrierte Seine Exzellenz Bischof Maximus von Aristi. An der liturgischen Feier nahmen außerdem der Gemeindepfarrer, Priester Sergii Pavelko, sowie Archidiakon Georgios Melesko teil.
In seiner Predigt sprach Seine Eminenz über den theologischen Gehalt des Thomassonntags und betonte, dass dieser Tag nicht bloß eine Bestätigung der Auferstehung darstellt, sondern die Weise offenbart, in der die Auferstehung innerhalb der Kirche zur Erfahrung wird. Wie er hervorhob, sind die „verschlossenen Türen“ des Evangeliums nicht nur ein historisches Detail, sondern spiegeln zugleich den Zustand des heutigen Menschen wider, der oft in Vergänglichkeit, Angst und Tod eingeschlossen lebt.
Weiter unterstrich er, dass der Eintritt des auferstandenen Christus durch die verschlossenen Türen zeigt, dass der menschliche Leib nicht länger nur den Bedingungen der geschaffenen Notwendigkeit unterworfen ist, sondern lebensspendend wird und Träger der ungeschaffenen göttlichen Energie ist. Die Auferstehung ist, so Seine Eminenz, der Übergang der menschlichen Natur zu einer neuen Weise des Seins.
Mit Blick auf den Apostel Thomas erklärte Seine Eminenz, dass der Glaube nicht als privates Ereignis entsteht, sondern innerhalb der Versammlung des Leibes der Kirche. Deshalb offenbart sich Christus dem Thomas vor den Augen der Jünger. Das Heil ist ein Geschehen der Gemeinschaft, und der Mensch ist berufen, Gott durch Teilhabe zu erkennen, um schließlich zum Bekenntnis zu gelangen: „Mein Herr und mein Gott.“ Gott ist, wie er hervorhob, keine unpersönliche Macht, sondern der lebendige Gott, der in personale Gemeinschaft mit dem Menschen eintritt.
Abschließend rief er alle dazu auf, die lebendige Verbindung mit dem auferstandenen Herrn und mit der Versammlung der Brüder in der Kirche zu bewahren und die verschlossenen Türen des Herzens weit zu öffnen, damit der Glaube zu Leben und Teilhabe an der Vergöttlichung werde. Zugleich ermutigte er die Gläubigen, den auferstandenen Christus als Herrn und Gott zu bekennen.
Am Ende der Göttlichen Liturgie erhob Seine Eminenz Priester Sergii Pavelko zum Stavrophoren Oikonomos und dankte ihm für seinen liturgischen und pastoralen Dienst in dieser Region, in der er ukrainischsprachige Gläubige betreut, die infolge des Krieges dort Zuflucht gefunden haben. Zugleich sprach er Gebete für den Frieden in der Ukraine, und es wurde ein Trisagion für die verstorbenen Angehörigen der Anwesenden sowie für alle Entschlafenen gefeiert.
Im Anschluss wurde eine Agape für alle Anwesenden gereicht, bei der Seine Eminenz, Seine Exzellenz sowie die Kleriker Gelegenheit hatten, mit den Gläubigen über aktuelle Fragen und Themen des geistlichen Lebens ins Gespräch zu kommen.
