Am Sonntag der Heiligen Väter des Siebten Ökumenischen Konzils, dem 11. Oktober 2026, stand Seine Eminenz Metropolit Arsenios von Austria und Exarch von Ungarn der Erzbischöflichen Göttlichen Liturgie in der rumänischen Pfarrgemeinde der heiligen Paraskeva von Epivates in Wiener Neustadt vor, die an diesem Tag ihr Patronatsfest feierte. Mit ihm zelebrierten der Pfarrer der Gemeinde, Priester Marian Tosu, und Diakon Iacob Feresuaru. Den byzantinischen Gesang übernahm der Chor des heiligen Nektarios des Protopsalten unter der Leitung von Diakon Sabin Preda. Seine Eminenz brachte einen Teil der Reliquie der ehrwürdigen rechten Hand des heiligen Apostels Andreas des Erstberufenen zur Verehrung mit, den die Kirche in Rumänien als ihren Gründer und Schutzheiligen ehrt.
In seiner Predigt über das Gleichnis vom Sämann betonte Seine Eminenz, dass der Herr uns „nicht einfach eine moralische Lehre“ übergibt, sondern uns das Geheimnis der Begegnung des ungeschaffenen Gottes mit dem geschaffenen Menschen offenbart, der göttlichen Gnade mit der menschlichen Freiheit, der ewigen Wahrheit mit der begrenzten menschlichen Existenz. Der Sämann ist Christus selbst, das vorewige Wort des Vaters, das durch seine Menschwerdung in die menschliche Geschichte eintritt, die gefallene Natur erneuert und sie in die Gemeinschaft des göttlichen Lebens zurückführt. Das Hinausgehen des Sämanns könne, so der Metropolit, als „Bild der unendlichen göttlichen Herablassung“ verstanden werden.
Der Same, so führte er aus, ist überall derselbe, seine Kraft unveränderlich und sein Ursprung göttlich; seine Fruchtbarkeit aber ist verschieden. Die Antwort liege „im Geheimnis der menschlichen Willensfreiheit“. Der Mensch ist frei, und die göttliche Gnade wirkt nicht unter Zwang; das Zusammenwirken von göttlicher Gnade und menschlicher Freiheit aber vermag den Menschen zu retten. Deshalb sei das Gleichnis ein „Evangelium der Hoffnung“: Der Mensch ist berufen, gutes Erdreich zu werden, das das göttliche Wort aufnimmt und Frucht bringt, und durch die Teilhabe an den ungeschaffenen Energien Gottes zu einem lebendigen Bild Christi zu werden.
Die Kirche, so schloss Seine Eminenz, lädt uns ein zu prüfen, welches Erdreich unser Herz ist, denn das Wort Christi ist „ein Spiegel unserer Seele, eine Einladung zur Selbsterkenntnis und der Ausgangspunkt der Umkehr“. Wir selbst sollen zu einem lebendigen Evangelium werden, in Demut, Vergebung und opferbereiter Liebe, damit der himmlische Same Frucht bringt, „nicht nur für das vergängliche Leben, sondern für den nie endenden Tag des Reiches“.
Am Ende der Göttlichen Liturgie hob Seine Eminenz hervor, dass die heilige Paraskeva, die durch ihr Leben und ihre heiligen Reliquien mit Epivates, Konstantinopel, dem Heiligen Land, Serbien, Bulgarien und Rumänien verbunden ist, uns ebenso verbindet wie der Apostel Andreas, und äußerte den Wunsch, die Heilige möge ihn würdigen, an ihrer Gnadenstätte zu beten. Er dankte dem Pfarrer der Gemeinde, Priester Marian Tosu, und dem Metropoliten Serafim für die Gastfreundschaft sowie allen Anwesenden und den Priestern für den herzlichen Empfang und wünschte ihnen die Gnade des Heiligen Geistes.