Am Sonntag der Heiligen Väter des vierten Ökumenischen Konzils, dem 19. Juli 2026, stand Seine Eminenz, Metropolit Arsenios von Austria, der Erzbischöflichen Göttlichen Liturgie in der Kathedrale zur Heiligen Dreifaltigkeit in Wien vor. Mit Seiner Eminenz konzelebrierten Erzpriester Nikolaos Rappert sowie der Erzdiakon der Metropolis von Austria, Georgios Meleshko. Zahlreiche Gläubige nahmen betend an der Göttlichen Liturgie teil.
In seiner Predigt ging der Metropolit auf die Evangelienlesung des Tages ein und betonte, dass Christus, indem Er seine Jünger beruft, Licht zu sein, denselben Ruf an alle Gläubigen aller Zeiten richtet: Sie sollen am Mysterium der Kirche teilhaben und Träger des göttlichen Lichtes werden. Christus ist das einzige wahre Licht. Indem Er seine Jünger „Licht der Welt“ nennt, offenbart Er, dass jeder, der sich mit Ihm vereint, selbst Licht wird. Der Mensch, der Gemeinschaft mit Gott hat, wird durch die Gnade vergöttlicht, heilig und lebendig, weil er am von Natur aus heiligen und lichtvollen Gott Anteil erhält. Seine Eminenz hob hervor, dass das Heil nicht in einer bloßen moralischen Verbesserung besteht, sondern in der Teilhabe des Menschen am Leben Gottes. Der Mensch wird gerettet, weil Gott in ihm Wohnung nimmt und seine ganze Existenz verwandelt, sofern der Mensch sich dem Wirken der göttlichen Gnade öffnet. Weiter führte der Metropolit aus, dass die Kirche die Offenbarung des Reiches Gottes in dieser Welt ist. Wenn die Kirche aufhöre, die Welt durch ihr Leben und ihr Zeugnis zu erleuchten, verliere sie ihre Identität und ihre Sendung. Im Hinblick auf das Gedächtnis der Heiligen Väter des vierten Ökumenischen Konzils betonte Seine Eminenz, dass der Heilige niemals danach strebe, Eindruck zu machen. Wo der Heilige erscheint, offenbare sich vielmehr das Licht Christi, weil Gott in ihm wohnt. Die gotttragenden Väter des vierten Ökumenischen Konzils formulierten den orthodoxen Glauben an die Person unseres Herrn Jesus Christus mit dogmatischer Präzision und bekannten, dass seine beiden Naturen, die göttliche und die menschliche, „unvermischt, unverwandelt, ungetrennt und unteilbar“ in der einen gottmenschlichen Person Christi geeint sind.Die Tragödie des heutigen Menschen bestehe darin, dass er sich häufig mit einem äußerlichen Christentum, einigen religiösen Gewohnheiten oder einem moralisch anständigen Leben begnüge. Christus sei jedoch nicht in die Welt gekommen, um eine bessere Moral zu begründen, sondern um den Menschen zu verwandeln. Die Kirche vermittle daher nicht bloß Werte oder eine Ideologie, sondern schenke den Menschen das Leben Christi selbst.
Zum Abschluss seiner Predigt wünschte Seine Eminenz, der Herr möge uns würdigen, zu Menschen zu werden, durch die die ungeschaffene Gnade Gottes leuchtet, damit unsere Mitmenschen in unserem Leben das Licht Christi erkennen und die Allheilige Dreifaltigkeit verherrlichen.