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Am Samstag, dem 15. August 2026, dem Hochfest der Entschlafung der Allheiligen Gottesmutter, stand Seine Eminenz Metropolit Arsenios von Austria der Erzbischöflichen Göttlichen Liturgie in der Kathedrale zur Heiligen Dreifaltigkeit in Wien vor. Mit Seiner Eminenz konzelebrierte Seine Exzellenz Bischof Maximos von Ariste. An der Göttlichen Liturgie nahmen außerdem der Prediger der Metropolis von Austria, Archimandrit Ilias Papadopoulos, der Bischofsvikar und Erzpriester des Ökumenischen Thrones Ioannis Nikolitsis, Erzpriester Dimitrios Makris, sowie der Erzdiakon der Metropolis von Austria Georgios Meleshko, teil. Zahlreiche Gläubige nahmen betend an der Göttlichen Liturgie teil. Während der Göttlichen Liturgie wurde der Theologe und Religionslehrer Dr Radu Trandafir zum Diakon geweiht.

In seiner Predigt sprach Seine Eminenz über das Fest der Entschlafung der Gottesmutter, das er als das „Ostern des Sommers“ und als einen der lichtvollsten Höhepunkte des Kirchenjahres bezeichnete. Das Fest, so betonte er, ist ein großes theologisches Bekenntnis darüber, was der Mensch, was die Gnade, was der Tod und was die Hoffnung bedeuten. Im Antlitz der Allheiligen Gottesmutter sieht die Kirche den Menschen in seiner Ganzheit, so wie Gott ihn geschaffen und gewollt hat: offen für die Gnade, empfänglich für das Mysterium, frei zu lieben und bereit, seine ganze Existenz hinzugeben. Die Gottesmutter tritt in der Geschichte in Stille und Demut hervor, fern von Lärm, Selbstdarstellung und weltlicher Macht. Was die Allheilige Gottesmutter kennzeichnet, ist ihre Antwort: „Siehe, ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe nach deinem Wort.“ Diese Worte, so unterstrich der Metropolit, enthalten eine ganze Philosophie der Freiheit. Im modernen Menschen wird jener als frei angesehen, der seinen eigenen Willen durchsetzt. Die Gottesmutter offenbart uns jedoch eine andere Weise des Lebens: eine tiefere Freiheit, die Freiheit der Person, die vertrauen, sich öffnen und ohne Angst und ohne Eigennutz auf Gott antworten kann. Das „Mir geschehe“ der Gottesmutter bedeutet die Vollendung der Persönlichkeit und die Verwandlung der Freiheit in Beziehung. Im Willen Gottes findet die Gottesmutter die vollkommene Freiheit ihrer Person und wird zum Raum des Unfassbaren, in dem das ewige Wort Fleisch annimmt und in die Geschichte eintritt. Dies ist das paradoxe Mysterium der Gottesmutter: Ihre höchste Erhöhung wird aus der Demut geboren. Deshalb verehrt die Kirche sie als Königin, weil sie ihre ganze Existenz hingibt und dadurch zur Erfüllung mit Gnade gelangt. Der Mensch, so führte Seine Eminenz weiter aus, wächst, wenn er sich hingibt. Er wird reicher, wenn er sich Gott und dem Nächsten gegenüber öffnet. Dies lehrt uns die Gottesmutter durch ihr ganzes Leben. Im Hinblick auf die Entschlafung der Gottesmutter betonte Seine Eminenz, dass die Kirche angesichts ihres Todes Hoffnung schöpft. Die Entschlafung der Gottesmutter wird zur Frohen Botschaft über das Ende: zur Verkündigung, dass die Gemeinschaft mit Gott das letzte Wort über den Menschen hat. Die Kirche bezeugt, dass der Mensch auch durch den Tod hindurch mit der Liebe Gottes verbunden bleibt. Das Leben der Gottesmutter wird somit zum Spiegel dessen, was aus der menschlichen Existenz werden kann, wenn sie sich der Gnade Gottes öffnet. In besonderer Weise wandte sich Seine Eminenz an den zu weihenden Diakon und betonte, dass die Allheilige Gottesmutter seine erste Lehrerin werde: durch ihr „Mir geschehe“, durch ihr Schweigen, ihre Demut und ihre Treue bis zum Ende. Die Gottesmutter lehrt uns, so Seine Eminenz, niemals zu vergessen, dass die Gnade die menschliche Zustimmung und die freie Öffnung des Menschen für Gott sucht. Wenn ein Wort den gesamten kirchlichen Weg eines Klerikers begleiten könne, so sei es das Wort der Allheiligen Gottesmutter: „Mir geschehe“. Der Metropolit rief den neuen Diakon dazu auf, sich daran zu erinnern, dass der wahre Dienst aus der Liebe entsteht. Die Nähe zum Altar führe den Geistlichen tiefer in den Schmerz der Welt hinein. Ebenso müsse das „Lasset uns beten“ zuerst zu einem Gebet in seinem eigenen Herzen werden. Zum Abschluss betonte Seine Eminenz, dass das Maß jedes kirchlichen Dienstes die Demut Christi und die stille Zustimmung der Gottesmutter bleiben. Er rief den neuen Diakon dazu auf, seine Hoffnung auf die Allheilige Gottesmutter und seinen Dienst auf die Gnade Gottes zu setzen. 

Nach dem Ende der Göttlichen Liturgie wurde den Anwesenden eine Agape angeboten. Die Gläubigen hatten dabei Gelegenheit, dem neugeweihten Diakon ihre Glück- und Segenswünsche auszusprechen und ihre Freude über seine Weihe zum Ausdruck zu bringen.