Kreta: Metropolit Arsenios und Bischof Ägidius auf Pilgerfahrt

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Von Sonntag, 20. September, bis Sonntag, 27. September, führte Metropolit Arsenios von Austria den Eisenstädter Bischof Ägidius (Zsifkovics) samt einer Gruppe seiner engsten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf einer Pilgerfahrt zu den wichtigsten Orten des christlichen Lebens und Glaubens auf Kreta. Die Reise stand ganz im Zeichen der ökumenischen Verbundenheit der orthodoxen und katholischen Kirche sowie der persönlichen Freundschaft zwischen Metropolit Arsenios und Bischof Ägidius und führte die Gäste aus Österreich u.a. in das Heimatkloster von Metropolit Arsenios, das Kloster des Heiligen Georg in Epanosifi.

595438461.jpgAm Montag, 21. September, besuchte die Pilgergruppe zunächst die Metropolis von Petra und Chersonissos mit Sitz in der Stadt Neapolis im Osten der Insel. Dort wurden sie vom Generalvikar der Metropolis, Vater Titos, herzlich empfangen und durch die Metropolitankirche Megali Panagia aus dem 19. Jahrhundert geführt. Im Anschluss empfing Vater Titos die Gäste in der benachbarten Metropolitanresidenz. In herzlichem Gespräch erzählte er von der Geschichte der Metropolis, ihren geistlichen und sozialen Aufgaben sowie über die in der Region gelegenen Klöster.

879652617.jpgDer Besuch der Gäste aus Österreich wurde im Nonnenkloster von Kremasta fortgesetzt, das dem Heiligen Erzengel Michael geweiht ist. Es geht auf das Ende des 16. Jahrhunderts zurück und ist heute berühmt für seine Ikonenmalschule und seine biologischen landwirtschaftlichen Erzeugnisse. Die Äbtissin des Klosters empfing die Gäste und legte ihnen die Geschichte des Klosters dar. Dieses war sowohl in der osmanischen Zeit als auch im Zuge des Zweiten Weltkrieges ein wichtiger Ort der Bildung mit einer in den Kellern des Klosters versteckten Schule, aus der zahlreiche wichtige Persönlichkeiten der Region hervorgegangen sind.Es folgte ein feierliches gemeinsames Mittagessen in einem der angesehensten Hotels von Elounda unweit von Agios Nikolaos, dem der Bürgermeister von Agios Nikolaos beiwohnte. Am Nachmittag besuchte Metropolit Arsenios mit seinen Gästen das Nonnenkloster von Keras, das auf das 9. Jahrhundert zurückgeht und eine wundertätige Ikone der Gottesmutter Kardiotissa beherbergt. Besonders bemerkenswert sind die Fresken des 14. Jahrhunderts im Katholikon, in welchem eine gemeinsame, bewegende Vesper gefeiert wurde.

Am Di2438821741.jpgenstag, 22. September, besichtigen Metropolit Arsenios und Bischof Ägidius mit ihren Begleitern zunächst die Stadt Iraklion und hier die Kirche des Heiligen Titos, des ersten Bischofs Kretas, der vom Apostel Paulus selbst eingesetzt worden war. In dieser Kirche wird die Schädelreliquie des Heiligen Titos aufbewahrt, die auf Vermittlung des Metropoliten Chrysostomos Tsiter von Austria im Jahre 1966 aus Venedig nach Iraklion gebracht wurde, wohin sie nach der endgültigen Eroberung Kretas durch die Osmanen im Jahre 1669 von den Venezianern gebracht worden war. Es folgte eine Besichtigung der neuen Metropolitankirche des Heiligen Menas, des Schutzpatrons der Stadt, die aus dem 19. Jahrhundert stammt. Weiters stand auch die daneben gelegenen alten Kirche des Heiligen Menas aus der venezianischen Zeit auf dem Besuchsprogramm. Außerdem besuchte die Gruppe das vor kurzem eröffnete Museum christlicher Kunst in der Kirche der Heiligen Ekaterini, das einst ein Metochion des berühmten Katharinenklo3606908349.jpgsters auf dem Sinai war. Danach empfing Erzbischof Irenaios von Kreta die Pilgergruppe zu einer privaten Audienz. Metropolit Arsenios und Bischof Ägidius erörterten mit dem Erzbischof Fragen der Ökumene, der Geschichte und Gegenwart der Orthodoxen Kirche auf Kreta und der Folgen der andauernden finanziellen Krise. Die Gäste besichtigen im Anschluss ein Seniorenwohnheim der Metropolis von Iraklion in der Stadt und hatten die Gelegenheit, das karitative Werk der Orthodoxen Kirche aus nächster Nähe zu erfahren. Am Abend führte Metropolit Arsenios die Pilger in sein Heimatkloster, das Kloster des Heiligen Georg in Epanosifi. Dort wurden sie vom Abt Bartholomaios des Klosters und den Mitbrüdern auf das herzlichste empfangen. Nach einer Führung durch das Kloster und dessen geschichtsträchtiges Museum wurde eine gemeinsame Vesper im Katholikon gefeiert. Danach lud Abt Bartholomaios zu einem gemeinsamen Abendessen.

A3952944141.jpgm Mittwoch, 23. September, brach die Pilgergruppe sehr früh zu einem Morgengottesdienst in einer kleinen Kapelle des Heiligen Johannes des Täufers im Wald von Ruvas zu Ehren von dessen Patrozinium auf. Diese Kapelle befindet sich nicht unweit von Gergeri, dem Heimatort von Metropolit Arsenios. Ebendort zelebrierte Metropolit Arsenios die Göttliche Liturgie im Beisein der Vater Ierotheos,  der Ortspriester Vater Stavros und Vater Michalis. Metropolit Arsenios betonte in seiner Predigt die Wichtigkeit, dass die Menschen jederzeit bereit sein sollten, in christlicher Nächstenliebe aufeinander zuzugehen, um einander besser kennenzulernen. Nur dadurch kann gelebte und wahre Solidarität in einem vereinten Europa entstehen. Danach luden die Einheimischen herzlich zu einem gemeinsamen Mittagessen ein, das den Gästen die schönsten kulinarischen Spezialitäten Kretas näherbrachte.

Am Donnerstag, 24. September, fuhr die Pilgergruppe zunächst nach Gortyna, wo sich neben antiken griechischen und römischen Au1775088604.jpgsgrabungen die Reste der byzantinischen Kirche des Heiligen Titos aus dem 6. Jahrhundert befinden, in der die Reliquien des Heiligen bis zur arabischen Eroberung aufbewahrt wurden. Danach wurde die Fahrt zum Ort Kaloi Limenes fortgesetzt, wo laut Apostelgeschichte der Apostel Paulus mit einem Schiff angelandet ist. In der Nähe der Kirche am Ort der Anlandung las Bischof Ägidius feierlich eben jene Passage aus der Apostelgeschichte vor, wobei alle Anwesenden im Gebet verharrten. Im Anschluss empfing Metropolit Makarios von Gortyna und Arkadia die Gäste in Moires zu einem gemeinsamen Mittagessen. Metropolit Makarios erörterte mit Metropolit Arsenios und Bischof Ägidius die aktuelle politische und religiöse Lage der Europäischen Union und betonte die Notwendigkeit einer gezielten Kooperation der Schwesterkirchen in Brüssel vor den europäischen Gremien. Danach fuhr die Pilgergruppe zur archäologischen Stätte von Phaistos, einem bedeutenden Zentrum der minoischen Kultur, und schließlich zum Nonnenkloster der Gottesmutter Kalyviani, dessen Ursprünge in byzantinischer Zeit liegen. Dieses Kloster ist für seine große karitative Tätigkeit in ganz Griechenland und über dessen Grenzen bekannt, indem es Waisenkinder und Kinder aus äußerst schwierigen familiären und sozialen Verhältnissen bei sich aufnimmt, erzieht und ausbildet. Die Schwestern haben sich in großer Nächstenliebe dieser Arbeit verschrieben und unterhalten daneben sowohl landwirtschaftliche Flächen als auch handwerkliche Werkstätten, in denen zum Beispiel kostbare Kirchengewänder genäht werden.

1260614907.jpgAm Freitag, 25. September, führte Metropolit Arsenios die Pilgergruppe in das Kloster Arkadi in der Nähe der Stadt Rethymnon. Dort wurden sie von Metropolit Eugenios von Rethymnon herzlich empfangen und persönlich durch die Klosteranlage geführt. Das Kloster stammt aus dem 13. Jahrhundert und erlangte international traurige Berühmtheit, als im Jahre 1866 osmanische Truppen das Kloster belagerten und im „Drama von Arkadi“ hunderte griechische Mönche sowie Familien in den Tod gingen, um der Gefangennahme und Versklavung zu entgehen. Metropolit Eugenios betonte während seiner Führung, dass sich dieses Ereignis niemals wieder auf der Welt ereignen dürfe, weil alle Menschen auf der Welt zur Freiheit des Glaubens und Lebens berufen sind. Der Metropolit zeigte seinen Gästen das neu eingerichtete Museum des Klosters, das in Bälde feierlich eröffnet werden wird.

Die Fahrt wurde danach nach Rethymnon fortgesetzt, wo Bischof Ägidius in der römisch-katholischen Kirche der Stadt ein Pontifikalamt zum fünften Jahrestag seiner Bischofsweihe zelebrierte. Er bedankte sich in seiner Predigt herzlich für die Liebe und Gastfreundschaft von Metropolit Arsenios und der kretischen Gastgeber. Sowohl Metropolit Arsenios als auch Bischof Ägidius betonten, dass sie sich als Brüder im Glauben verstehen und den gemeinsam begangenen Weg mit Aufrichtigkeit und Elan fortsetzen möchten. Bischof Ägidius hob zudem hervor, dass er das Projekt des ersten orthodoxen Klosters in Österreich in seiner Diözese Burgenland mit großem Nachdruck auch weiterhin unterstützen werde. Im Anschluss an das Pontifikalamt lud Metropolit Eugenios zu einer feierlichen Tafel mit ausgesuchten kretischen Spezialitäten. Er führte seine Gäste durch die Altstadt von Rethymnon und zeigte ihnen sowohl die Metropolitankirche der Einführung Mariens in den Tempel aus dem 19. Jahrhundert und seine Metropolitanresidenz.

Am Samstag, 26. September, besuchte die Pilgergruppe den international berühmten minoischen Palast von Knossos und das prächtig ausgestattete archäologische Museum von Iraklion. Metropolit Arsenios, Bischof Ägidius und alle Mitreisenden waren sich am Ende dieser Pilgerreise einhellig darüber einig, dass das Ziel des besseren Kennenlernens in jeder Hinsicht erfüllt wurde. In ökumenischen Gebeten und tiefschürfenden Gesprächen wurden neue Gemeinsamkeiten entdeckt und bekannte vertieft, die auch in Österreich dazu beitragen werden, das Miteinander im Geiste Christi zu fördern und zu stärken.

 

Fotos: kathbild.at

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