Erzbischöfliche Göttliche Liturgie und Große Wasserweihe in der Kathedrale zur Heiligen Dreifaltigkeit in Wien

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Am Dienstag, den 6. Januar 2026, am großen Hochfest der Heiligen Theophanie, stand Seine Eminenz Metropolit Arsenios von Austria der Erzbischöflichen Göttlichen Liturgie in der Kathedrale zur Heiligen Dreifaltigkeit in Wien vor. Mit Seiner Eminenz konzelebrierten der Erzpriester des Ökumenischen Throns Ioannis Nikolitsis, die Presbyter Oikonomen Alexander Lapin Aristeidis Ganosis und der Diakon Georgios Meleshko. Nach der Liturgie begab sich die Festgemeinde am Donaukanal, wo der Metropolit das Gewässer durch den Einwurf des Heiligen Kreuzes gesegnet hat

In seiner Predigt sprach Seine Eminenz über die Bedeutung des Festes der Theophanie und betonte, dass es sich nicht bloß um ein großes Herrenfest handelt, sondern um das Ereignis schlechthin der Offenbarung Gottes in der Welt. Im Jordan offenbart sich die Heilige Dreifaltigkeit: Der Vater bezeugt, der Sohn wird getauft und der Heilige Geist steigt herab. Es handelt sich nicht um ein Symbol, sondern um ein historisches und heilsgeschichtliches Ereignis, das die gesamte Schöpfung umfasst. Christus steigt in die Gewässer hinab, um sie und durch sie die gesamte Schöpfung zu heiligen. Der Abstieg Christi in den Jordan ist der Beginn des Abstiegs bis in den Hades und zugleich der Beginn des Aufstiegs der menschlichen Natur zu Gott. In der Theophanie offenbart sich, dass Gott die Welt nicht aus der Ferne rettet, sondern in die Geschichte, in die Materie und in die Gewässer eintritt. Die Schöpfung wird nicht verworfen, sondern geheilt. Die Welt wird nicht verlassen, sondern erneuert.

Seine Eminenz unterstrich, dass die Wasserweihe kein einfacher Segen ist, sondern eine prophetische Tat. Sie bezeugt, dass das ganze Leben dazu berufen ist, ein Raum göttlicher Gegenwart zu werden. In der Theophanie gründet auch das orthodoxe ökologische Bewusstsein, nicht als Ideologie oder Aktivismus, sondern als asketische Lebenshaltung. Die ökologische Dimension ist nicht der Schutz der Natur aus Angst vor Zerstörung, sondern der Respekt vor der Schöpfung aus dem Bewusstsein ihrer Heiligkeit. Der Mensch ist dazu berufen, wieder eucharistisch leben zu lernen: zu empfangen, ohne zu zerstören; zu nutzen, ohne zu erschöpfen; sich zu freuen, ohne sich anzueignen. Die Heilige Theophanie ruft uns dazu auf, unseren Platz in der Welt neu zu überdenken, aufzuhören, als Konsumenten der Schöpfung zu leben, und zu ihren Teilhabern zu werden, indem wir Christus erlauben, nicht nur die Gewässer zu heiligen, sondern auch die Art und Weise, wie wir auf der Erde wohnen.

Im Anschluss an die Göttliche Liturgie fand die Große Wasserweihe statt, gefolgt vom traditionellen Eintauchen des Heiligen Kreuzes in die Gewässer des Donaukanals zur Heiligung der Gewässer und der Stadt. Die Gläubigen empfingen das Weihwasser, um ihr Leben und ihre Häuser zu heiligen.

Fotos (Rudenko Roman): 

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