Metropolit Arsenios fordert Hilfe für verfolgte Christen im Nahen Osten

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Metropolit Arsenios appelliert an die Republik Österreich und die Europäische Union, sich stärker für die verfolgten Christen im Nahen Osten einzusetzen. “Die Gewalttaten, die von Extremisten in Ägypten verübt werden, haben das weltweite Augenmerk in letzter Zeit ausschließlich auf sich gezogen und scheinbar die Auseinandersetzung in Syrien in den Schatten gestellt. Aber auch dort ist die Angst um Leib und Leben zum traurigen Alltag der Christinnen und Christen geworden”, schreibt der Metropolit wörtlich in einer offiziellen Stellungnahme. Es gelte mit allen Mitteln der Politik und Diplomatie “nicht nur ein religiöses, sondern auch ein humanitäres und kulturelles Desaster abzuwenden”.

Die Stellungnahme des Metropoliten im Wortlaut:

Die Ereignisse in Ägypten und in Syrien in den letzten Tagen und Wochen offenbaren uns einmal mehr die prekäre und schwierige Lage der Christinnen und Christen im Nahen Osten. Die Bilder, die wir aus den krisengeschüttelten Gebieten und Gesellschaften erhalten, zeugen von großen religiösen und sozialen Spannungen, welche sich wie so oft an den Schwachen und Schutzlosen entladen.

Verletzte Kleriker, beschädigte und zerstörte christliche Gotteshäuser, in Angst lebende christliche Gemeinschaften erinnern uns schmerzhaft daran, wie die ersten Christinnen und Christen im Römischen Reich gelebt haben müssen, als sie anfangs erbarmungslos verfolgt und getötet wurden, um dann doch in der Person des Kaisers Konstantin einen toleranten Beschützer zu finden.

Dass sich im 21. Jahrhundert die Bilder der Christenverfolgungen wiederholen, erfüllt uns mit großer Sorge, tiefer Betrübtheit und aufrichtiger Anteilnahme. Die Gewalttaten, die von Extremisten in Ägypten verübt werden, haben das weltweite Augenmerk in letzter Zeit ausschließlich auf sich gezogen und scheinbar die Auseinandersetzung in Syrien in den Schatten gestellt. Aber auch dort ist die Angst um Leib und Leben zum traurigen Alltag der Christinnen und Christen geworden. So harren die seit über drei Monaten in Syrien entführten Metropoliten Pavlos Yazigi, der Bruder des griechisch-orthodoxen Patriarchen von Antiochien Johannes X. Yazigi, und Mar Gregorios Yohanna Ibrahim (Patriarchat von Antiochien) trotz intensiver internationaler diplomatischer Bemühungen noch immer ihrer Freilassung.

Sowohl in Ägypten als auch in Syrien zeichnet sich immer deutlicher ab, dass jahrtausendealte christliche Gemeinschaften und deren Kirchen sowie Klöster der realen Gefahr ausgesetzt sind, nicht nur in ihrer Existenz bedroht zu werden, sondern auf ewig entwurzelt zu werden. Daher möchten wir sowohl die Republik Österreich als auch die Europäische Union bitten, sich ihre jeweilige internationale Verantwortung in Erinnerung zu rufen, um nicht nur ein religiöses, sondern auch ein humanitäres und kulturelles Desaster mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln der Politik und der Diplomatie abzuwenden. Darüber hinaus rufen wir auch jeden Menschen guten Willens unabhängig seiner jeweiligen Religionszugehörigkeit dazu auf, aktiv für die Leidenden in dieser Region der Welt zu beten.

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17. Januar 2021: Sonntag

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